Der SKM-Container in der Montagehalle von JACK IN THE BOX
Der REGIONALE 2010-Container
JACK IN THE BOX präsentierte Kunstinstallationen und Architektur-Photographie zur plan10, Forum aktueller Architektur in Köln
Im Rahmen der plan10, Forum aktueller Architektur in Köln, das sich diesjährig in seiner 12 Ausgabe dem Thema der Wechselwirkungen zwischen Architektur, Stadt und den Künsten widmete, präsentierte JACK IN THE BOX am 24.09.2010 von 18 bis 22 Uhr und vom 25.09. bis zum 01.10.2010 täglich von 13 bis 21 Uhr in sechs Ausstellungen Kunstinstallationen und Architektur-Photographie in den vereinseigenen Werkhallen und auf dem Vereinsgelände auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs in der Vogelsanger Straße 231 in Köln-Ehrenfeld.
Zum diesjährigen Themenschwerpunkt der plan10 wartete JACK IN THE BOX mit einem umfangreichen Ausstellungsprogramm auf. Insgesamt sechs Ausstellungen namhafter Künstler aus den Bereichen Kunstinstallation und Architektur-Photographie, die JACK IN THE BOX in Zusammenarbeit mit den Ausstellern zur plan veranstaltete, beschäftigten sich mit dem diesjährigen Motto des Forums aktueller Architektur und beleuchteten es aus den unterschiedlichen Perspektiven ihres Genres und ihrer individuellen Konzeption.
„ARTCLIMADE + CO, Raum für Kunst und Klima“ lautete der Titel einer der sechs Ausstellungen. „ARTCLIMADE + CO“, war ein internationales Projekt der Künstlerkooperation Silke Walther und Thomas Rappaport, das sich mit dem Thema des Klimawandels künstlerisch auseinandersetzte. Auf dem Außengelände der Werkhallen von JACK IN THE BOX inmitten des Areals des ehemaligen Güterbahnhofs Köln-Ehrenfeld errichteten Silke Walther und Thomas Rappaport mit Unterstützung von Sven Nowak von Jack in the Box und der Galeristin Dagmar Schmidla ein Kunst-Camp aus zwei 12 Meter langen, überhohen Seecontainern, in dem die Künstler mit Skulpturen, Photographien und bewegten Bildern „den aktuellen Pegelstand geografischer, gesellschaftlicher und künstlerischer Zustände buchstäblich ausloteten“ und damit ihren spezifischen Blick auf das Thema Kunst und Klima warfen.
Mit dem Thema des computergestützten Entwerfens und Bauens in Architektur und Design beschäftigte sich eine weitere Ausstellung, die JACK IN THE BOX in der Montagehalle des Vereins präsentierte. „DIYDA - Do it yourself Design und Architektur“ hieß eine Raumkunstinstallation der Architekten Florian Gassmann, Jonathan Haehn und Hans Sachs, in der die Künstler der Frage nach den Folgen der heutigen Möglichkeiten computergesteuerten Entwerfens und Produzierens in Architektur und Design nachgingen. In diesem Zusammenhang war einer der Grundgedanken der Open-Source-Bewegung für die Architekten von Interesse. Demokratisierung des Wissens lautete das Stichwort, was für Architektur und Design die Demokratisierung und Individualisierung des Gestaltungs- und Produktionswissens sowie die der -mittel bedeutete. Das zentrale Objekt der Ausstellung „Raumschaum“ von Florian Gassmann berücksichtigte diesen Gedanken und thematisierte ein computergesteuertes „partizipativ-generatives“ Entwerfen und Bauen. Die eigens auf den Ausstellungsraum bei JACK IN THE BOX angepaßte schaumartige Struktur der Skulptur „Raumschaum“ fungierte gleichzeitig als Ausstellungsraum für eine Vielzahl von „parametrisch-digital entworfenen und produzierten Exponaten“, Workshops und Vorträgen zum Thema computergestütztes Entwerfen und Bauen in Architektur und Design.
In dem audiovisuellen Performance- und Installationsprojekt „Void“ des Medienkünstlers Egbert Mittelstädt und des Klangkünstlers Frank Schulte, das JACK IN THE BOX als weiteres Projekt auf der plan10 zeigte, ging es den Künstlern um die Untersuchung der vielfältigen Beziehungen zwischen Bild, Klang und Raum. Der Aufbau von „Void“ in Form einer transparenten Rotunde von sechs Metern Durchmesser, die von innen mittels Projektoren bebildert und mit Klang und Live-Performances bespielt wurde, bot die Plattform für dieses Projekt. „Void“ verstand sich als eine Reminiszenz an die Medienkunst früherer Tage.
Drei Ausstellungen, die JACK IN THE BOX im Rahmen des Architekturfestivals plan10 ebenfalls zeigte, boten einen Blick auf Architektur und Stadt aus der Sicht der Photographie.
Das Sterben von Plattenbauvierteln war das Thema einer der Architektur-Photographie-Ausstellungen. „Plattensterben“ war eine Ausstellung des in Berlin lebenden Architekten und Architektur-Photographen Robert Conrad, in dessen Mittelpunkt die künstlerische Dokumentation sterbender Plattenbausiedlungen an den Peripherien ostdeutscher Städte stand. Mit einer Photoserie von 27 Schwarzweiß-Bildern spannte Robert Conrad dabei einen zeitgeschichtlichen Bogen von zweimal 18 Jahren, der 1972 mit dem Wohnungsbauprogramm der DDR, „eine Wohnung für jeden Staatsbürger bis 1990“, beginnt. Sein Interesse für die Plattenbau-Architektur entwickelte Robert Conrad als seine Heimat, die kleine, uralte Hansestadt Greifswald nahe der Ostsee, Mitte der 1980er Jahre von systematischen Flächenabrissen betroffen und mit Betontfertigteile-Architektur neubebaut wurde. Fortan beschloß Robert Conrad photographieren zu lernen, um „auf diese Weise so viel wie möglich von seiner Stadt wenigstens zweidimensional zu behalten“. Zwanzig Jahre später befasste sich der Photograph schließlich mit der Verwaisung und dem Abriss ebendieser aber auch anderer Betontfertigteile-Architektur. Der Zeitraum von 1990, dem Jahr der „Plansollerfüllung“ wie dem der deutschen Einheit, bis 2008, bildete das zweite 18-Jahre-Kapitel, aus dem die ausgestellte Photoserie stammt. Stilistisch und bildkompositorisch zitierten die Photographien von Robert Conrad die propagandistische Photographie der DDR, die die Plattenbau-Architektur als Ergebnisse des industriellen Wohnungsbaus stolz präsentierte, und macht dadurch den Unterschied zwischen damals und heute nahezu greifbar. Die Ausstellung “Plattensterben” wurde unterstützt durch LUMABYTES.com - Architekturfotografie, FineArtsPrints, Modern Ruins Archive, über die Robert Conrad auch Teile seiner Arbeiten veröffentlicht und vertreibt.

„Struktur!“ war eine Architektur-Photographie-Ausstellung von Peter Gallus, in der der Photograph in zwei Photoserien architektonische Strukturen, ob technisch-funktionale oder gestalterische, seien es Fassaden, Gebäude, Gebäudeteile oder gar ganze Gebäudekomplexe, als bestimmenden Bildinhalt ihn den Fokus der Wahrnehmung rückte. Die Ausstellung von Peter Gallus war eine Einladung an den Betrachter, diese strukturellen Schönheiten in der Architektur zu entdecken.
Und schließlich präsentierte JACK IN THE BOX das partizipative Postkarten-Projekt „Greetings From Cologne“ von Allan Gretzki und Frederike Ebert vom Institut für Raumologie. Mit der Ausstellung der Ergebnisse des Projekts präsentierten die Künstler die Resultate einer photographischen Erkundung des touristischen Kölns jenseits aller Idealisierungen; das Projekt hat die Photographen vor allem auch an entlegene, meist unbeachtete, sogenannte Un-Orte der Stadt geführt und sie zu ihren Postkarten-Photographien inspiriert.
Die beschriebenen sechs Ausstellungen waren im Rahmen der plan10 am 24.09.2010 von 18 bis 22 Uhr und vom 25.09. bis zum 01.10.2010 täglich von 13 bis 21 Uhr bei JACK IN THE BOX auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in der Vogelsanger Straße 231 in Köln-Ehrenfeld zu sehen. Abgerundet wurde das plan10-Programm von JACK IN THE BOX von einem „NACHTSYMPOSIUM“ mit ponk (Audiozoo) und Freunden am 25.09.2010 ab 21 Uhr.
plan10, Forum für aktuelle Architektur in Köln, ist mit 39 Projekten, die im Rahmen der diesjährigen plan vorgestellt wurden, und insgesamt 106 Veranstaltungsterminen eine Kölner Architektur-Großveranstaltung von internationaler Ausstrahlung. „Das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm plan, Forum aktueller Architektur in Köln, ist 1999 mit seiner Erstausgabe angetreten, um ein neues Mittel der Kommunikation für Architektur und Städtebau zu schaffen: Ein jährlich wiederkehrender Termin als Kulturangebot, das sich gleichermaßen an Architektur-„Insider“ aus allen Bereichen und an ein breites Publikum wendet.“
Weitere Informationen über das gesamte Programm der plan10 sowie über die bei JACK IN THE BOX ausstellenden Künstler und deren Kunst findet man unter:
www.plan-project.com
artclimade.org
diyda.org
www.atelier-fuer-medienprojekte.de
www.sounddesigner.kulturserver-nrw.de
www.robert-conrad-fotografie.de
www.lumabytes.com
www.raumologie.com
Wir bedanken uns bei dem Publikum für sein reges Interesse.
























