Die “workstation”
Podiumsgespräch “Living in a Box” - Containerarchitektur
Im Rahmen unserer Präsentation der “workstation” auf der plan 08 veranstaltete JACK IN THE BOX am 24.09.2008 um 18 Uhr eine Podiumsdiskussion mit dem Titel “Living in a Box” - Containerarchitektur in der “workstation” in der Betzdorfer Straße 2 auf dem Campus der FH Köln in Deutz. Thema des Hearings war das modulare Bauen mit Standard-Containern. Erläutert hatten wir das Thema folgendermaßen: Containerbauten prägen längst selbstverständlich das Bild zeitgenössischer Städte mit. Ob als Büro- und Verwaltungsgebäude, Technik- und Laborgebäude oder als Gebäude mit sozialen Nutzungszwecken begegnet man den Modul- und Systembauten sowohl in den Zentren der Städte als auch in den Industriegebieten der Stadtperipherien. Dem Blick vertraut sind vor allem die Ansiedlungen aus Baustellencontainern, die ihrer temporären Nutzbarkeit und ihrer Mobilität wegen geeignete Lösungen für die Bauindustrie darstellen.
Bei den Elementen dieser Baustellenkomplexe handelt es sich üblicherweise um Industriecontainer, die konstruktiv den klassischen See- oder Standard-Containern vergleichbar sind. Sie folgen wie diese in Bau und Komposition den Regeln des Modul- und System-
baus und werden von zahlreichen Unternehmungen in der ganzen Welt mit unterschiedlicher Ausstattung und zu verschiedenen Zwecken gebaut und vertrieben.
Abseits eines eigenen, noch jungen “Industriecontainer-Markts” hat sich seit einigen Jahrzehnten weltweit auch eine in künstlerischen und architektonischen Projekten realisierte Baukultur etabliert, die sich speziell dem Thema des modularen Bauens mit klassischen Seecontainern, das heißt Standard-Containern widmet.
Der Seecontainer trat seinen Siegeszug in der Logistik Mitte des letzten Jahrhunderts an und wurde schnell zum Inbegriff globaler Flexibilität, da er den Transport von Stückgütern erheblich vereinfachte. Er bot nicht nur gleiche, sich immer wiederholende Maße, sondern auch eine stabile, selbsttragende Konstruktion und war dadurch sehr gut aufreih- und stapelbar.
Diese und weitere Eigenschaften machten die Seecontainer aber nicht nur für die Logistik unverzichtbar, sondern auch attraktiv für architektonische Entwürfe. Mit Seecontainern läßt sich aufgrund ihrer Modularität und prinzipiellen Erweiterbarkeit hervorragend planen. Sie bieten bereits eine äußere Hülle, die kostengünstig ist und mobil sowie temporär genutzt werden kann.
Für den Um- und Ausbau von Seecontainern und ihre modulare Verwendung in der Architektur gibt es mittlerweile eine nicht geringe Anzahl von interessanten Beispielen: Büros und Arbeitsräume in London, ein Studentenwohnheim in Amsterdam und eine Notschlaf-
stelle für obdachlose Kinder und Jugendliche in Hannover sind nur einige von ihnen. Der modularen Bauweise mit Standard-Containern sind kaum Grenzen gesetzt: Von Wohn- und Arbeitsräumen, Büros und Sozialräumen über kostengünstige Raumlösungen für öffentliche und/oder gemeinnützige Institutionen wie Schulerweiterungen, Sprachlabore und medizinische Einrichtungen bis hin zu Kommunikations- und Kulturräumen wie Museen, Theater, Bibliotheken und Ateliers – es ist nahezu alles denkbar.
Die Beispiele zeigen, dass “die Anwendung architektonischer Gestaltungsmittel aus Seecontainern erlebnisreiche Innen-, Außen- und Zwischenräume machen kann und dass diese Gebäudekompositionen eine besondere Ausstrahlung und ein besonderes Flair haben”
(Han Slawik, Architekt, Professor für Entwurf und Konstruktion, Fachbereich Architektur, Universität Hannover), mithin dass man sich längst auf dem Weg zu einer ästhetisch wie funktional anspruchsvollen Containerarchitektur befindet.
Der Fokus soll also auf die See- beziehungsweise Standardcontainer gerichtet sein, wenn Fragen gestellt werden wie: Was macht das modulare Bauen mit Standard-Containern aus? Wie wurde in der Vergangenheit mit Standard-Containern gebaut, und wie wird in Zukunft vielleicht mit ihnen gebaut werden? Welche Möglichkeiten und Schwierigkeiten liegen in der Containerarchitektur, welche Perspektiven zeichnen sich in ihr ab? - Dies und mehr soll in der Diskussion unter Berücksichtigung unterschiedlicher Sichtweisen erörtert werden.
Als Podiumsgäste hatten wir Bernd Ullrich, FH Köln, Thomas Knüvener, RWTH Aachen, Jan Hohlfeld, Martin Schmittseifer, Heribert Weegen, JACK IN THE BOX e.V. eingeladen. Das Gespräch moderierten Pamela Moucha und Hans-Elmer Schmitz.
Wir bedanken uns bei dem zahlreich erschienen Publikum für sein Interesse.
Final Destination Campus FH Köln
“workstation: Final Destination Campus FH Köln” hieß das Projekt, das die FH Köln, Fakultät für Architektur, die GAG Immobilien AG und JACK IN THE BOX im Rahmen der diesjährigen plan 08, dem Forum aktueller Architektur in Köln, am 19.09.-26.09.2008 einer interessierten Öffentlichkeit auf dem Campus der FH Köln in Betzdorfer Straße 2 in Köln-Deutz präsentierten.
Bei der “workstation” handelt es sich um vier miteinander kombinierte, “überhohe”, zwölf Meter lange, sogenannte High-Cube-Hochseecontainer, die zu multifunktionalen, studentischen Arbeitsräumen um- und ausgebaut worden sind. Der Bau setzt sich aus vier paarweise nebeneinandergestellten und aufeinandergestapelten Containern zusammen, die ein Gebäude mit einem Obergeschoss bilden, das über eine kopfseitig angeschlossene Treppenanlage im Außenraum erschlossen wird.
Entworfen wurde die Anlage aus Seecontainern von Studierenden der FH Köln, Fakultät für Architektur, im Rahmen einer semesterfüllenden Arbeit im Winter 2007/08. JACK IN THE BOX begleitete die Planungs- und Entwurfsphase der “workstation” architektonisch und realisierte den Um- und Ausbau der Seecontainer in den vereinseigenen Werkhallen. Die GAG Immobilien AG unterstützte das Projekt großzügig.
Nach einer zehnjährigen Reise um die Welt waren die Container als “workstation” zwischen Architekturfakultät und Hauptgebäude auf dem Campus der FH Köln in Deutz zu sehen.
Endmontage der “workstation”
Die “workstation”-Container werden bei JACK IN THE BOX abgeholt und an Ihrem Bestimmungsort aufgestellt
Eine leuchtende Verabschiedung der “workstation”-Container in unserer Montagehalle
Wenige Tage vor Abholung der “workstation”-Container zu ihrer Endmontage wurden diese in Vorbereitung der ARTRMX-Vernissage noch einmal in’s rechte Licht gesetzt.
















































































































































































































